Kölsche Funkentöter von 1932 e.V.
Wußtet ihr, daß es in Köln eine Karnevalsgesellschaft gibt, die ursprünglich aus der Berufsfeuerwehr Köln entstand? 1872 wurde die BF Köln gegründet. Im gleichen Jahr gründete sich die BF Düsseldorf. Das ging nun gar nicht und die Kölner setzten 60 Jahre später noch einen drauf. Sie gründeten die "Kölner Funkentöter", eine Karnevalsvereinigung innerhalt der BF Köln.
Der Elferrat der Gesellschaft trägt zu den Karnevalssitzungen die historischen Uniformen aus dem Jahr 1872. Seit 1990 dürfen auch Nicht-Feuerwehrleute der Gesellschaft beitreten. Der Vorstand besteht allerdings weiterhin aus Feuerwehrleuten aus Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren.
Die erste Drehleiter in Deutschland
1808 stellte die Feuerwehr Knittlingen, das ist in Baden-Württemberg, die erste fahrbare Drehleiter in Dienst. Bisher ist nicht bekannnt, dass eine andere Feuerwehr dies vor ihr tat, sie gilt demnach sozusagen als "Erfinderin" der Drehleitern. Herr Haberstroh, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Knittlingen hat von einigen Jahren in der Zeitschrift "Deutsche Feuerwehr-Zeitung - Brandschutz" über diese Drehleiter berichtet und wir wollen Euch auch etwas darüber erzählen:
Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Knittlingen von großen Bränden heimgesucht, ein Mal wurde die Stadt durch einen Brand bis auf ein Gebäude vernichtet. Da auch die Kirche nicht von Bränden verschont wurde und ein Kirchturm bekanntlich hoch ist, baute ein Wagenmeister aus der Nähe einen Feuerwagen mit einer drehbaren Leiter. Die sogenannte "Knittlinger Leiter" war auf einem Wagen befestigt und konnte über Walzen nach oben und um sich selbst bewegt werden. Bei Drehleitern denkt man ja meist an die modernen, ausfahrbaren Drehleitern, die heuten auf den Fahrzeugen sind. Diese Drehleiter war einen Schiebeleiter aus zwei Teilen und lag auf einem fast genau so langen Wagen. Dieser Wagen konnte nun durch Pferde gezogen werden. Zum Aufrichten der Leiter wurden Stützstangen zur Hilfe genommen. Ausgezogen wurde sie mittels einer Winde. Sie kam auf eine stattliche Höhe von immerhin 11 Metern. Erstaunlich ist, dass diese Drehleiter 140 Jahre lang im Dienst der Feuerwehr war. Sie wurde später an das Deutsche Feuerwehrmuseum in Fulda übergeben, wo ihr sie heute noch besichtigen könnt.
Und wenn Ihr wissen möchtet, welche Fahrzeuge die Feuerwehr Knittlingen heute nutzt, schaut doch mal rein unter www.feuerwehr-knittlingen.de

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Mit Hilfe der Stützstangen wurde die Leiter aufgerichtet
| | Einsatz der Drehleiter |
Geschichte der Jugendfeuerwehren in Deutschland - Teil 1
1836 wird in der Nähe von Braunschweig von einem 14-jährigen Jungen berichtet, der Zeuge eines Hausbrands wird. Als der Dachstuhl des Hauses bereits heruntergebrannt ist sieht dieser Junge – er hieß übrigens Glindemann – dass sich noch ein kleines Kind im oberen Stockwerk des Hauses befand. Glindemann versuchte aufgeregt in das brennende Gebäude zu laufen, um das Kind zu retten, aber die umherstehenden Erwachsenen hielten ihn zurück. „Es ist Dein Tod, wenn Du da hineinläufst“, hört er die Männer und Frauen sagen. Doch das einzige, was er wirklich hört ist der Rat einer der Leute, seine Kleider zuvor unbedingt nass zu machen. Glindemann dachte nicht lange nach, sprang in einen nahegelegenen, mit Wasser gefüllten Graben und huschte unbemerkt in das brennende Haus. Der Junge schaffte es wirklich, das Zimmer zu erreichen, in dem sich das Kind befand. Es klammerte sich an Glindemann und dieser hatte Glück eine Öffnung in der Mauer entdeckt, durch die er mit dem Kind das in Vollbrand stehende Haus verlassen konnte.
Die Leute, die vor dem Haus versammelt waren hatten inzwischen bemerkt, was da vor sich ging und empfingen die beiden Kinder mit großem Beifall.
Glindemann, Sohn eines Maurers, hatte wohl als ersten Jugendlicher einen Feuerwehr-Einsatz gehabt. Zumindest war es der erste, der niedergeschrieben und so auch für uns heute noch erhalten ist (sicher haben zuvor und auch in anderen Städten und Dörfern schon Jugendliche den Feuerwehren geholfen, aber das ist leider nicht schriftlich festgehalten worden – Anmerkung der Redaktion).
1837 findet sich im „Amtsblatt der Regierung zu Trier“ eine Feuerordnung für Trier mit einer Verpflichtung für alle Männer zwischen 15 und 60 Jahren, mindestens drei Jahre lang dem Brandcorps beizutreten. Es ist anzunehmen, dass eine ähnliche Verpflichtung in anderen Städten auch bestand.
Wir haben zwar einen tapferen Glindemann (trotzdem bitte niemals nicht nachmachen!! – die Redaktion) und eine Verpflichtung für Männer ab 15, dem Brandschutzcorps beizutreten, aber Jugendfeuerwehren, so wie wir sie kennen haben wir noch nicht.
Die ersten Jugendfeuerwehren wurden 1865 in der Provinz Sachsen erwähnt. Es war eine Feuerwehr des Gymnasiums in Wernigerode im Harz, und eine weitere Feuerwehr an einer Klosterschule. Die Schülerfeuerwehr des Gymnasiums Wernigerode wurde ein Jahr nach der Freiwilligen Feuerwehr Wernigerode gegründet. Die Teilnahme an dem Feuerwehrdienst im Gymnasium war freiwillig. Zunächst wollte man durch die Schülerfeuerwehr vor allem Feuerschutzmaßnahmen durchsetzen und kontrollieren. Da die Jungen der Schülerfeuerwehr jedoch sehr viel Spaß an ihrer Tätigkeit hatten und gut ausgebildet waren, wurden sie zu einer großen Hilfe für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt, die sie oft unterstützen durften.
Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde die Schülerfeuerwehr Wernigerode ein Teil des 2. Löschzuges Wernigerode. Die Schülerfeuerwehr erhielt ihre Ausrüstung durch die Stadt.
Viele weitere Feuerwehren wurden im Anschluss an die Schülerfeuerwehr Wernigerode im 19. Jahrhundert gegründet, so z.B. die JF Plön und die JF Brockau.
Lest hier demnächst weiter, wie sich die Jugendfeuerwehren zu dem entwickelten, was sie heute sind.
Quelle: „Jugendfeuerwehren in Deutschland“, Benno Ladwig
Teil 2
Neben Wernigerode bestand eine ähnliche Schülerfeuerwehr an einem Gymnasium in Salzwedel. Gegründet wurde sie 1880. 1895 beantragte der Schüler-Feuerwehrverein neue Uniformen, nach 15 Jahren fleißigen Einsätzen. Auch diese Schülerfeuerwehr stand im Brandfall unter dem Kommando der städtischen Feuerwehr. An Löscharbeiten durften die Schüler jedoch nicht beteiligt werden. Ihre Aufgabe waren die Absperrung der Brandstelle, Bewachung der Geräte und Ausrüstung, Beteiligung an Rettung und Bergung.
1897 wurde diese Schülerfeuerwehr aufgelöst, da der damalige Landrat der Meinung war, Einsätze zu Tages- und Nachtzeiten beeinträchtigen die schulischen Leistungen und das Eingreifen der Schüler führe dazu, dass Bürger ihrer Bürgerpflicht nicht mehr nachkommen, bei Lösch-, Rettungs- und Bergungsarbeiten der Feuerwehr zu helfen.
1880 gründete sich die sogenannte "Zöglings-Companie" der Feuerwehr Gelenau. Die Feuerwehr verfolgte das Ziel, Nachwuchs heranzuziehen. Ebenfalls zu dieser Zeit wurde ein Bekleidungsfond eingerichtet, ihr kennt das heute als Kleiderkammer. Die Zöglings-Companie wurde 1885 wieder aufgelöst, da sie nicht den erwarteten Nutzen brachte. Wahrscheinlich waren zu wenige Jugendliche beigetreten und auch dabei geblieben. Die Kids haben damals vielleicht - wie ihr heute - lieber gechillt :-) - die Redaktion
1882 gründete sich eine Jugendfeuerwehr auf der Insel Föhr, aus Schulkindern zwischen 6 bis 15 Jahren. Die JF auf Föhr war eine große Hilfe für die Bewohner. Die Männer des Orts fuhren im Sommer auf See und die Brandbekämpfung lag bei den Frauen. Soweit das bekannt ist, führte diese JF den ersten aktiven Löscheinsatz durch. Eine Spritze, die mit Wassereimern gefüllt werden mußte. leistete ihnen gute Dienste. Da die Kasse der JF selten gefüllt, also meistens leer war, verdienten sich die Jungs etwas Geld als Ährensammler oder Kegeljungen (die stellten den Kegelbrüdern die Kegel wieder aus). Mit dem, was sie verdienten konnten sie z.B. ihre Spritze in Stand halten.
Und was macht ihr, um eure Kasse zu füllen? Kegel aufstellen und Ähren sammeln scheidet heute wohl eher aus. Schreibt uns - wie ihr eure JF-Kasse füllt - wir sind sehr gespannt.

Jugendfeuerwehr Oevenum, Föhr 1914
1925 konnte die JF eine neue "hochwertigere" Spritze kaufen, eine handbetriebene Feuerlöschspritze. In den 50er Jahren stiftete der Leiter der Feuerwehrschule Harrislee und der Kreisbrandmeister ihnen sogar eine gebrauchte Motorspritze.
Die Stiftungsfeste der JF waren immer etwas ganz besonderes. Eine Regel war, dass jeder Junge ein Mädchen zum Fest einladen mußte. Hauptmann und Kommandeure der JF durften sich ein Mädchen frei auswählen, die restlichen Jungen erhielten ihre Fest-Partnerinen per Los. Am Tag des Fests mußte nun jeder Junge bei der Familie des Mädchens zum Kaffee erscheinen, bei der Familie des Jungen fand dann das Abendessen statt. Der Hauptmann der JF war dazu noch verpflichtet, am Abend eine Rede im Festgasthaus zu halten, Dabei darf man nicht vergessen, dass der Hauptmann etwa 14 Jahre alt war und der Gasthof immer bis zum letzten Platz gefüllt war. Der Hauptmann hatte sicher weiche Knie und Schweißperlen auf der Stirn. Das waren noch Zeiten. Wer hält bei euren Feuerwehrfesten eine Rede? Machen das immer nur die "Großen"? Wie ihr bemerkt, sind wir von "Mädchen in der Feuerwehr" noch ganz ganz weit entfernt.
Demnächst geht es hier weiter und dann lest ihr unter anderem, warum die Eltern der Kinder in der Jugendfeuerwehr 5,- Mark Strafe bezahlen mußten und wie die Musik zur Jugendfeuerwehr kam. Also dann, bis bald!
Quelle: ebenso „Jugendfeuerwehren in Deutschland“, Benno Ladwig

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